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Pressestimmen

"Best Of: Von A nach Pe"

Vom Pop zum Chanson gereift

Ron Teeger / 20.03.2019 / Badische Neueste Nachrichten

Texte mit Tiefgang

Nico Roller / 05.02.2019 / Pforzheimer Zeitung

Zwischen Kabarett und Wehmut

Harald Bott / 05.02.2019 / Pforzheimer Kurier

Ein Abend für die Liebe
Christine Wild /23.10.2018 / Frankenpost

Eine Sängerin und ein Mann am Klavier gestalten einen Abend voller Zauber: Pe Werner und Frank Chastenier. Sie zitieren viele große Liedermacher.

Helmbrechts - Dieses Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergisst – Pe Werner scheint es gut zu kennen. Kennen und Erleben sind natürlich zweierlei. Aber die charismatische Chansonette mit den roten Locken sorgt dafür, dass jeder, der zu ihrem nahezu ausverkauften Konzert am Sonntagabend in den Bürgersaal gekommen ist, jenes Kribbeln im Bauch wieder einmal spürt – sofern er das nicht sowieso gerade tut.

„Stille Wasser“ durchtaucht sie gemeinsam mit dem Pianisten Frank Chastenier in Helmbrechts. Aber so still sind diese dann gar nicht – immerhin herrscht auf emotionaler Ebene ganz schön heftiger Seegang. Von Hildegard Knef über Gilbert Bécaud, Jacques Brel und Yves Montand gelangt sie bis hin zu Joni Mitchell, Herbert Grönemeyer und Liedern aus ihrer eigenen Feder.

Am Anfang steht – wie in jeder Liebesbeziehung – dieses Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergisst. Mit unvergleichlich facettenreicher Stimme haucht Pe Werner auf Deutsch, Englisch und Französisch Liebesschwüre und -bekenntnisse ins Mikrofon. Und das tut sie in einer Intensität, die einem als Zuhörer nicht nur Gänsehaut, sondern das originale Kribbeln im Bauch beschert, von dem sie singt.

Auch mit Ende 50 bewegt sie sich leicht wie eine Gazelle über die Bühne, räkelt sich und tanzt – und versprüht eine Sinnlichkeit, die ihresgleichen sucht.

Mehr als die Aufgabe eines Unterstützers kommt dabei ihrem Pianisten Frank Chastenier zu. Als „Tastenzauberer“ stellt Pe Werner ihn vor, nachdem sie sich zu dem verheirateten, wie sie mit schmunzelndem Bedauern erklärt, Künstler auf die Klavierbank gekuschelt hat; und als Tastenzauberer erweist er sich fürwahr: Nicht genug damit, dass er brillantjazzige Fassungen und Improvisationen zu den zusammengetragenen Songs und Chansons des gemeinsamen musikalischen Schatzkästleins liefert: Frank Chastenier erzählt eigene Geschichten am Klavier; spinnt das im Songtext Erzählte weiter; malt mit Klängen. Dafür lässt er seine Finger nicht nur in brillanter Weise über die Tastatur schweben, sondern legt auch mal direkt im Inneren des Flügels Hand an: kratzt auf den Saiten entlang, reißt sie mit den Fingern an und sorgt auf diese Weise für so ungewöhnliche wie atmosphärische Klangerlebnisse.

Das Kribbeln im Bauch weicht irgendwann der Einsamkeit: „Die Zeit hat uns die Leidenschaft abgewöhnt, sie steht wie das schwarze paar Schuhe irgendwo unten im Kellerregal, wartend auf ein Begräbnis. Und wir tun so, als wär das normal, unsere Liebe steht ab und wird schal“ – so das Ende vom „Kribbeln im Bauch“. Und wenn Pe Werner noch Kästners „Sachliche Romanze“ zitiert, macht sich beinahe ein Tränchen auf den Weg über die Zuhörerwange.

Zusammen mit Frank Chastenier schafft Pe Werner einen Abend für die Liebe, eine Hommage an sie aus musikalischen Leckerbissen, gespickt mit wundervollen Worten: Leicht, lebendig und voller Liebe. Ihr Resümee: „Glücklich, wer das Heute genießt und das Gestern vergisst!“

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Pe Werner beim Musik Kontor: Poetisch und tiefsinnig
Philipp Tenta /12.02.2018 / Neue Westfälische

Die Songpoetin entführt Karnevalsflüchtlinge und Jazzfreunde auf den Erdtrabanten. Ihre Texte sind so humorvoll und tiefsinnig, dass man sie am liebsten noch einmal in Ruhe nachlesen möchte

Herford. Großer Andrang herrschte im Schiller, um der Songpoetin Pe Werner zu begegnen. Während sich die einen auf ein Wiedersehen mit der vielseitigen Entertainerin und Kabarettistin freuten, stand für andere der Wunsch mit "Kribbeln im Bauch" eine der ganz großen des deutschen Chansons hören zu können im Mittelpunkt.
Zuletzt mochte es aber auch der Wunsch gewesen, sein die Komponistin und Dichterin, die unter anderem Songs für Milva, Katja Epstein und Mireille Matthieu schrieb, einmal live auf der Bühne zu erleben. Sobald Pe Werner singt, plaudert oder poetische Texte vorträgt, zieht sie das Publikum unwiderruflich in ihren Bann.
Sie demonstriert dabei eindrücklich, dass Humor sehr viel mehr ist, als sich über Menschen oder Dinge lustig zu machen. Und dass Ironie tiefer fliegt, als eitle, angewandte Bosheit. Während bei vielen Liederschreibern der Sinn oft dem Reim hinterher humpelt, zeigt Werner wie Geschichten poetisch und tiefsinnig, auch im klassischen Versmaß, direkt und natürlich erzählt werden können.
Perfekt im Timing und klug durchdacht, läuft Pe Werners Bühnenshow ab. Unterstützt wird sie dabei von einer Band, die stilsicher zwischen Blues, Jazz und Chanson wechselt, sich dabei niemals in den Vordergrund drängt, sondern sich immer dem gemeinsamen Projekt verpflichtet fühlt. Ein mitreißendes Gitarrensolo von Karl Schloz bleibt im Dialog mit der Sängerin. Ein meditatives Klaviersolo von Wolfgang Köhler dient nicht der Selbstverwirklichung, sondern der Einstimmung auf das bevorstehende Chanson.
Das Album "Im Mondrausch" bildet das Rückgrat der Show
"Im Mondrausch", Werners Album aus dem Jahr 2009, bildete das Rückgrat der aktuellen Bühnenshow. Humorvoll und traumwandlerisch begibt sie sich auf die Reise zum Erdtrabanten, um dort Vorzüge und Abgründe des "Mann im Mond" zu entdecken.
Ihre Lieder verzaubern, ihre Texte möchte man gerne noch einmal in Ruhe nachlesen. Ein traumhafter Abend, der allen Karnevalsflüchtlingen Asyl bot. Für Jazzfreunde, die erwarten, dass Emotionen spontan und ohne Vorwarnung entstehen, war dieser Abend eine Erfahrung der anderen Art. Hier war sogar die kleinste, schmutzige Note Teil eines klug durchdachten Gesamtkonzepts. Fünf ausgezeichnete Musiker, die wissen, was sie tun, und treffsicher ausführen, was sie sich vorgenommen haben.

Copyright © Neue Westfälische 2018

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Pe Werner und die Bundeswehr-Musiker: Weihnachtliches in feinstem Bigband-Sound
Kölner Stadt-Anzeiger/01.12.2017/Stephan Everling

Vogelsang - Mit einem mitreißenden Konzert unter dem Motto „Swinging Christmas“ gastierte am Donnerstag und Freitag die Bigband der Bundeswehr mit ihrem Weihnachtskonzert im Kino in Vogelsang.
Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr gelang es in diesem Jahr, den größten Saal der Region gleich zweimal komplett zu füllen. Insgesamt rund 2100 Besucher verfolgten begeistert das Programm, zu dem sich die Bigband mit der Sängerin Pe Werner prominente Verstärkung gesucht hatte.
Das Publikum erlebte in Vogelsang gleich mehrere Premieren. „Es geschieht zum ersten Mal, dass die Bigband der Bundeswehr an zwei Abenden hintereinander bei der gleichen Veranstaltung auftritt“, sagte Johannes Langendorf, der Sprecher der Bigband. Zu verdanken sei das der hohen Professionalität der Hilfsgruppe Eifel, zu deren Gunsten die beiden Konzerte durchgeführt wurden. „Nach der guten Erfahrung im vergangenen Jahren haben wir zugestimmt, als die Hilfsgruppe mit der Bitte auf uns zugekommen ist, an zwei Abenden in Vogelsang aufzutreten“, sagte Langendorf.
Und so fiel es Willi Greuel, Vorsitzender der Hilfsgruppe Eifel, auch nicht schwer, Langendorf die Zusage abzuringen, im nächsten Jahr wiederzukommen. Der zierte sich zwar noch mit dem Hinweis, es gebe auch andere Veranstalter, doch sagte dann: „Wer wäre ich, wenn wir das bei zweimal ausverkauftem Saal nicht wiederholen würden.“
Eine weitere Premiere war das Programm. Denn zum ersten Mal hatte das Ensemble ein komplettes Programm zu Weihnachten einstudiert. „Ich habe die Lieder alle bei 36 Grad im Sommer in Mallorca geschrieben“, berichtete Pe Werner von der besonderen Herausforderung, Titel wie „Viel zu kalt“ oder „Lass es schnei’n“ rechtzeitig für die Weihnachtssaison zu komponieren und zu texten.
Der Auftritt in Vogelsang war nicht das erste Zusammentreffen der in Köln lebenden Sängerin mit der Bigband der Bundeswehr. „Es ist ein besonderes Vergnügen, mit Pe Werner zusammenzuarbeiten“, lobte Johannes Langendorf. Sie sei ungemein professionell und gesanglich auf hohem Niveau. „Da passt alles“, beschrieb er die Kooperation. Und so liefen sowohl die Bigband mit ihren ausgezeichneten Solisten als auch die Sängerin zu Höchstform auf. Die komplette erste Hälfte des Konzertes war den eigenwilligen Weihnachtsliedern der Kölner Sängerin gewidmet, die von der Bundeswehr-Bigband, bundesweit sicherlich eines der besten Ensembles dieser Art, begleitet wurde. Mal humorvoll, mal nachdenklich wusste Werner der Weihnachtszeit viele Aspekte abzugewinnen. Entertainmentqualitäten bewies sie mit ihren witzigen Zwischenmoderationen. „Süßer Pralinen nie schmecken“, sang sie zu der Melodie von „Süßer die Glocken“, um nachher zu berichten, sie habe im vergangenen Dezember beschlossen zu fasten, als sie im Badezimmerspiegel eine „Dattel im Speckmantel“ erblickt habe. Da sie befürchtet habe, demnächst würden beim Duschen die Füße nicht mehr feucht, habe sie beschlossen, eine Diät einzulegen. Dazu schloss sie das Lied „Fasten im Advent“ an. „Kribbeln im Bauch“ durfte am Ende des Sets in der Bigband-Version nicht fehlen.
Der zweite Teil stand zuerst im Zeichen eines Medley mit Titeln von James Last, dem unvergessenen Bandleader. Anschließend zeigten die zum Ensemble gehörenden Sänger Jemma Endersby und Marco Matias ihr Können. Swingende und moderne Weihnachtslieder waren hier im allerfeinsten Bigband-Sound zu hören, bevor der Abend mit der Ballade „Have yourself a merry little christmas“ beschlossen wurde.

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„Stille Wasser“, leise präsentiert / Pe Werner begeistert mit ihren Liedern
ECHO ONLINE/02.10.2017/Marie-Christin Stabel

Mainz - Die perfekte Einstimmung auf die kommende, gemütliche Jahreszeit gab es am Freitagabend im Frankfurter Hof beim Konzertabend mit Pe Werner. Mit Pianist, Komponist und German-Jazz-Award-Gewinner Frank Chastenier zeigte die Liedermacherin, dass „Stille Wasser“ – so das Motto des Abends – nicht still sein müssen, sondern auch angenehm leise sein können. Die warme und weiche Stimme der Kölnerin kam durch die reduzierte Begleitung am Klavier besonders zur Geltung und füllte den fast ausverkauften Saal mit Leichtigkeit aus.
Die Singer-Songwriterin, Buchautorin und Kabarettistin in Personalunion liebt die Abwechslung und ist in vielen Genres zu Hause. Und so nahm sie die Zuhörer mit auf eine Reise durch Songs, Chansons und Lieblingslieder auf englisch, deutsch und natürlich französisch. Ob Lionel Richies „Hello“ zur Einstimmung zu Beginn der Show, „Et maintenant“ von Gilbert Bécaud oder „The gentle rain“ von Stacey Kent – die Künstlerin versteht ihr Handwerk, komplexe Gefühlswelten fassbar zu machen, die der Zuhörer auch ohne entsprechende Sprachkenntnisse versteht. Zwischen den Stücken unterhielt sie das Publikum mit Anekdoten aus ihrer langen Karriere und schaffte spielend Überleitungen zum nächsten Stück.
Auch ihrem Partner an diesem Abend, Frank Chastenier, merkte man die Freude am großen Repertoire an. Vor allem bei Chansons wie „In dieser Stadt“ von Grand Dame Hildegard Knef – mit der Chastenier schon selbst musiziert hat – war er in seinem Element. Nicht nur einmal erhielt der „Dur-Melancholiker“, wie Pe Werner ihn auch gerne
liebevoll nennt, Szenenapplaus.
Ein durch und durch gelungener Abend, der sich wie in eine wärmende Decke um die Schultern der Konzertbesucher legte – und zurecht mit langem, warmen Applaus und stehenden Ovationen endete.

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Ein Liederabend mit Pe Werner
Badische Zeitung/30.09.2017/Thomas Steiner

Freiburg. In der Klassik ist diese Art von Darbietung traditionell: Jemand am Flügel begleitet jemanden, der Lieder singt. In Rock, Pop, Jazz dagegen ist der Liederabend ungewöhnlich. Es braucht ja auch Künstler, die so einen Auftritt zu zweit, ohne Band, überzeugend gestalten können. So wie Pe Werner und Frank Chastenier, die jetzt im Freiburger Jazzhaus auftraten. Sie eine Sängerin, die zwischen den Genres changiert, er ein Pianist, der als Begleiter von Till Brönner oder Thomas Quasthoff (gerade erst beim Lörracher Stimmenfestival) seine Vielseitigkeit gezeigt hat. Seit einigen Jahren trafen die beiden sich immer wieder bei Auftritten und Aufnahmen. Es auch mal zu zweit zu tun, wurde eine Herzensangelegenheit, wie Werner auf der Bühne verrät. Lieblingslieder, meist Liebeslieder, haben sie sich dafür ausgesucht:. das beschwingte "Eins und eins das macht zwei", bekannt von Hildegard Knef, das dramatische "Et maintenant?" von Gilbert Bécaud, das Werner halb französisch, halb englisch als "What Now my Love?" singt, oder das fröhlich hüpfend umgesetzte "Here, There and Everywhere" von den Beatles. Auch Pe Werners eigenes nostalgisches "Kribbeln im Bauch" ist dabei. Ein Wechselbad der Stile, ein Wechselbad der Gefühle. Bei Jacques Brels "Ne me quitte pas" fällt Werner verzweifelnd auf die Knie, Herbert Grönemeyers "Mensch" verleiht sie viel Seele. Ihre Altstimme kann Drama, hat Soul, kann jazzig phrasieren. Und der genauso gewandte Chastenier baut in ein Chanson wie "Feuilles mortes" schon mal ein bluesiges Solo ein, setzt Kontrapunkte zum Gesang und hat einige Songs originell arrangiert, so dass sie ganz neue Seiten zeigen. Ein wunderbares Duo, ein wunderbarer Liederabend.

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Grüße von der Knef und Jacques Brel
Lippische Landes-Zeitung/16.09.2017/André Gallisch

Detmold. Der mächtige Bechstein-Flügel dominiert die Bühne. Daran Frank Chastenier, der mit seinem sanften, präzisen Fingerspiel gleich zu Beginn ein Roger-Willemsen-Zitat über seine Kunst – „Frank Chastenier kann auf dem Klavier tiefer sehen" – bestätigt. Dann mischen sich zarte Schritte in den Saitenklang: Die Sängerin Pe Werner tritt auf.

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Stille Wasser Oper Bonn

„Stille Wasser“ Pe Werner & Frank Chastenier

Gunild Lohmann/05.04.2017/General-Anzeiger


Stille Wasser Oper Bonn

„Stille Wasser“ Pe Werner & Frank Chastenier

Felicitas Zink/05.04.2017/Bonner Rundschau


Pe Werner sorgte für Kribbeln im Bauch

Elisabeth Höving /14.10.2015 / WAZ

Gelsenkirchen. Die Liedermacherin feierte Plattenjubiläum und 55. Geburtstag mit einem opulenten Konzert und prominenten Gästen im Musiktheater.

Sie tanzt und tänzelt wie ein Popstar, räkelt sich lasziv wie eine Diva auf dem Steinway, scherzt über ihr Alter, flirtet fleißig mit dem Dirigenten und hat noch immer „dieses Kribbeln im Bauch“: Pe Werner, Liedermacherin, Songschreiberin und Entertainerin, steht seit vielen Jahren erfolgreich auf der Bühne und brachte vor einem Vierteljahrhundert die erste Platte auf den Markt. Dieses Jubiläum und ihren 55. Geburtstag feierte die Künstlerin am Dienstagabend im ausverkauften Musiktheater mit einer opulenten XXL-Party.

Ironisch, rotzig, melancholisch
Dreieinviertel pralle, kurzweilige Stunden lang hieß es „MiR goes Pop“ mit Pe Werner und ihren hochkarätigen Geburtstagsgästen. Die Musikerin fackelte ein wahres Feuerwerk aus alten und neuen Songs ab, sangt Rotziges und Freches, Melancholisches und Poetisches, plauderte, scherzte, ein wahres Feierbiest: „Thomas Quasthoff, der wegen Krankheit absagen musste, hat mir geraten, die Rampensau zu geben.“

Tat sie und das mit formidabler Begleitung. „Mit großem Besteck“, wie sie es selbst nennt. Mit der Neuen Philharmonie Westfalen unter der inspirierten und schwungvollen Leitung von GMD Rasmus Baumann und dem Bundesjazzorchester unter der Leitung von Jiggs Whigham stand der quirligen Künstlerin ein satter Soundteppich aus feinstem sinfonischen Klang und sattem Big-Band-Sound zum Ausbreiten seelischer Befindlichkeiten zur Verfügung.

Ob Pe Werner mit spitzer Ironie die „Weibsbilder“ besingt oder frech fordert „Ich will mein Geld zurück“, ob sie melancholisch das Dasein als „Vaterseelenallein“ besingt oder am Ende auch noch die „Segler aus Papier“ fliegen lässt, die emotionale Bandbreite der fantasievollen Wort- und Gesangskünstlerin deckte viele Facetten ab. Das swingt, jazzt und rockt. Pop trifft Klassik und Chanson den Jazz und am Ende gar das Volkslied.

Fulminante Gastauftritte
Auch wenn mit Soulsänger Stefan Gwildis nach Quasthoff ein zweiter Gast absagen musste, reichten die übrigen Freunde für fulminante Gastauftritte. Ob Götz Alsmann besang, „wenn ich in Stimmung bin“, Stimmenimitator Jörg Knörr als Panikrocker Udo Lindenberg punktete oder Frank Chastenier von der WDR Big Band virtuos am Flügel faszinierte, die Mischung stimmte.

Herrlich, wie sich die Diva im knallengen roten Kleid oder in schwarz-weißer Dandy-Kluft auch selbst auf den Arm nehmen kann: Kochen könne sie nicht, „aber prima essen gehen“.

So wie „Dieses Kribbeln im Bauch, das man niemals vergisst“, gilt auch für das Konzert-Finale: unvergesslich. Das Ensemble legte eine wahre Session hin, improvisiert, spielfreudig, gut gelaunt. Jubel und Standing Ovations!

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Toller Abend, tolle Kunst

Sandra Dörr /27.04.2015 / Mannheimer Morgen

Seit 25 Jahren steht die Heidelberger Sängerin Pe Werner auf der Bühne und hat sich jetzt im ausverkauften Capitol auf eine Reise "von A nach Pe" gemacht. Gemeinsam mit ihrem langjährigen Mannheimer "Tastentier" Peter Grabinger und ihrer Band sang und erzählte sie sich bei ihrem Jubiläumskonzert durch ihre Musikkarriere - und sorgte dabei mit ihrer fröhlich-mitreißenden Art sowie ihrem kabarettistischen wie stimmlichen Talent für einen gelungenen Abend.

55 wird Pe Werner im Oktober, und das ist schwer zu glauben. Mädchenhaft, mal frech, mal verträumt, mal in ihrer kunterbunten Pe-Welt hüpft und flitzt sie über die Bühne, kabbelt sich mit der Band und beweist zwischendurch beeindruckende Stimmgewalt, wenn sie selbst bei schwierigsten Passagen jeden Ton so sauber singt, als wäre er ausdauernd poliert worden. Ihre Show indes ist alles andere als langweilig-glatt. Spontan bindet Pe Werner das Publikum ein, reißt Witze und genießt den großen Zuspruch sichtlich. Getragen wird sie von ihrer gut eingespielten Band.

Immer der passende Klang

Marius Goldhammer am Bass, Mirko Rum an der Gitarre und Schlagzeuger Bert Smaak sowie - von hinten am Mischpult aus - Pit Lenz (Gesang, Harp) sorgen mit geschmackvollen Soli und zurückhaltend wie knackiger Begleitung durchweg für den passenden Klang. Am stärksten ist die Frontfrau dabei ganz klar in ihren schnelleren Stücken wie dem legendären "Weibsbilder" aus ihrem Debütalbum von 1989 und dem jazzig-rotzigen "Geld zurück", wobei das Publikum gerade bei Balladen wie "Kribbeln im Bauch" und "Segler aus Papier" kräftig mitsingt.

"Pe Werner - coole Songs und heiße Höschen", fürchtet die grundsympathische Sängerin als Überschrift für den Artikel über ihr Capitol-Konzert, begründet in ihrer extravaganten Strumpfhose mit "streckenden Streifen", wie sie selbstironisch lachend anmerkt. "Pe Werner - toller Abend mit toller Künstlerin" wird ihr allerdings viel eher gerecht.

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Mal Herzkönigin, mal Weibsbild

Andreas Schermer /25.04.2015 / Allgemeine Zeitung

PE WERNER Sängerin gibt sich im Frankfurter Hof gewohnt keck und bisweilen ein wenig frivol

Mainz - Romantik kann so lustig sein. Pe Werner beschreibt ihren Gefühlsreichtum keineswegs nur als tiefernste Sinnlichkeit. Gewohnt keck, bisweilen ein wenig frivol gibt sich die Chanteuse bei ihrer Jubiläumstournee nach 25 Karrierejahren: „Ich habe mir etwas ganz besonderes vorgenommen: ich möchte heute mal so richtig die Rampensau für Sie rauslassen“, kokettiert sie mir ihrem Publikum im vollen Frankfurter Hof.

„Von A nach Pe“ führt ihre Reise – ist also noch lange nicht zu Ende und darum sieht die 55-Jährige zur Konzerteröffnung gelassen in die Zukunft: „Wenn mein Herbst kommt, lach’ ich über meine Jahresringe“. Musikalische Rückendeckung erhält sie „von den feinen Herren Musiküssen“; ihrem langjährigen Begleitpianisten Peter Grabinger sowie von der Rhythmusabteilung mit Schlagzeuger Bert Smaak und Bassist Marius Gold. Über sein souveränes Saitenspiel hinaus fordert Werner ihren Gitarristen Mirko Rum auch als Perkussionisten: „Herr Rum, wären Sie denn geneigt, für uns mal Ihre Gurke herauszuholen?“ Gemeint ist das Rhythmusinstrument Güiro, umgangssprachlich auch „Ratschgurke“ genannt, worum Rum sich nicht lange bitten lässt.

In ihrer vieldeutigen Wortspielphantasie kann Werner „aus einer Mücke eine Eintagsfliege machen“. Jeder ihrer veräußerten Sätze ist ein Bonmot. Die geschriebenen sowieso. Als Textdichterin ist sie eine unerreichte Meisterin der Sinnverarbeitung von Kofferwörtern, was sie aus dem Repertoire mit „Tränenflussabwärts“ oder „Trostpflastersteine“ in Erinnerung bringt. Ihre kraftvolle und klare Stimme wird instrumental jazzig eingebettet oder mit zuckersüßem Country-Satzgesang schattiert. Bisweilen greift die „Sonnenmacherin“ auch selbst zur Akustikgitarre. Bei aller Kurzweiligkeit ist es aber irgendwann auch genug der Gefühlsduselei mit „Freibeuter-Sehnsucht“ und „Segelflieger aus Papier“. Dann verwandelt sich dieses liebenswert ambivalente Wesen von der charmanten „Herzkönigin“ zum fauchenden „Weibsbild“, das auch seine mitreißenderen Rocknummern den Fans nicht mehr länger vorenthalten möchte. Selbst in ihren Anzüglichkeiten hält sie immer Niveau. Werner beherrscht die würdevollen Gesten wie die großen Gefühle, für die ihr am Ende der zweistündigen Show der verdiente Jubel und Dank der Fans gewiss ist. Wenn dann alles gesagt und gesungen ist, bleibt nur noch das „Kribbeln im Bauch“, das man nie mehr vergisst – genau wie diesen gelungenen Konzertabend.

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Mit Charme, Witz und viel Leidenschaft
Rheinische Post / Hagen Thiele
Remscheid. Pe Werner und ihre Band gaben ein zauberhaftes Konzert in der ausverkauften Klosterkirche.

Der liebe Gott hat bei mir zweimal gespuckt
17.04.2015 / DIE RHEINPFALZ - Nr. 89 / Theda Schattenburg
Gästebuch: Pe Werner feiert Plattenjubiläum mit Tournee

Auf Tuchfühlung mit der Emotion
17.04.2015 / DIE RHEINPFALZ - Nr. 89 / Sandra Zendel
Die Sängerin Pe Werner und ihre Band gastieren auf Jubiläumstour im SWR-Studio

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Pe Werner im Siegener Kulturhaus Lÿz
30.11.2014 / Siegener Zeitung
Sauna für die Seele

Siegen. Pe Werner gab ihr Winter-Weihnachts-Programm „Gans oder gar nicht!“ im Lÿz. Das war mal lustig und beschwingt, mal traurig und nachdenklich.
aww - Ich mag Weihnachten, ich mag Weihnachten nicht, ich mag Weihnachten, ich … Pe Werner sagt und singt all das, was wohl die meisten von uns in Sachen Weihnachten auf die eine oder andere Weise alle Jahre wieder umtreibt. Wir alle kennen diese krassen Gegensätze von vorweihnachtlicher Hektik und Gemütlichkeit, von „Irgendwie freu ich mich drauf“ und „Ach, wäre das alles doch schon vorbei“. Die Wahl-Kölnerin lieferte am Freitagabend im gut besuchten Siegener Lÿz-Schauplatz eine überaus kritische Analyse unseres heutigen Umgangs mit Weihnachten, aber nicht ohne manch liebevollen Blick auf die besinnlichsten aller Tage im Jahreslauf zu werfen, die doch für viele (die meisten?) zu den unbesinnlichsten gehören. „Gans oder gar nicht!“ ist ihr weihnachtlich-winterliches Programm betitelt, in dem die Sängerin, Schreiberin und Conférencieuse (das alles ist sie vorzüglich) jahreszeitspezifische Lieder vorträgt, die sie bemerkenswerterweise bei 36 Grad auf Mallorca verfasst hat. An ihrer Seite: das Trio de Luxe, das mit Klavier (Peter Grabinger), Geige (Adam Zolynski) und Cello (Martin Bentz) einen mal noblen, mal satt groovenden Klangteppich webt, der zuweilen im Kaffeehaus, dann wieder in einem Jazzclub ausliegen könnte.

Sprachgewandte Humoristin

„Pfeifst du auf dem letzten Loch, zur Bescherung schaffst du’s noch“ – Weihnachten ist heute vor allem ein Geschäft und setzt uns gewaltig unter Druck. Kaum zu erklären wäre sonst der Konsumterror („Marzipan passt nicht zum September!“, auch wenn die Supermärkte das gerne so hätten) samt „geparkten Männern“ im Kaufhaus, bis hin zum Last-Minute-Geschenkkauf an Heiligabend, der Pe Werner „ein Hoch auf die Bahnhofsdrogerie“ anstimmen lässt – a cappella mit ihren Mitstreitern übrigens, zu denen sich noch Tonmeister Pit Lenz gesellt, der an anderen Stellen auch mit der Bluesharp eine starke Vorstellung gibt. Dann gibt es da die unausweichlich wiederkehrenden Gewissensfragen: Spenden oder Malediven zum Beispiel. Völlern oder fasten ist auch so ein Thema, und wenn ersteres, dann doch bitte ein Fressgelage mit Tofugans. Das Fasten im Advent hat sich Pe Werner abgewöhnt, zählen doch für sie nur jene drei Säulen des Weihnachtsfestes: „Essen, essen, essen“. Und ganz sicher ist sie sich, dass „süßer Pralinen nicht schmecken, als zu jeder Tageszeit“. Alles schön und gut, wäre da nicht der frauliche Hader mit den Außentemperaturen, die stets kalte Füße zur Folge haben. „Mir ist viel zu kalt“, singt Pe Werner und würde dem vor der Tür stehenden Winter am liebsten ein Ich-muss-draußen-bleiben-Schild hinhängen. Und dann gibt es da noch ihr Hass-Lied „Last Christmas“, das so noch nie gehört wurde – als Rap, als Reggae, sogar in der Black-Metal-Variante. Die gebürtige Heidelbergerin, die heute noch immer wieder in erster Linie mit ihrem „Kribbeln im Bauch“ in Verbindung gebracht wird, präsentiert sich als sprachgewandte Humoristin, die die Zuhörer lächeln und lachen lässt.

Melancholikerin und Mahnerin

Aber Pe Werner ist auch Melancholikerin und Mahnerin. Und wenn sie diese Seiten zeigt, wird es ganz besonders intensiv im Lÿz. „Wenn das Nötigste zum Leben aus dem Müllcontainer kommt und die Wollmütze vom Roten Kreuz“, und wenn es draußen dann so kalt ist, „dass es selbst die Katzen friert“, fragt die Sängerin: „Wie kommst du übern Winter?“ Und für mehr als einen Moment gefriert dem Publikum das Lachen im Gesicht. Wenn sie über die verflossene Liebe singt, die „Schnee von gestern“ ist, wenn sie sich einen „Segler aus Papier“ wünscht, wenn sie die Kerzen nicht mehr anzünden will, um die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Vater nicht zu verlieren – dann berührt das zutiefst. Mit ihren kunstvoll-poetischen Texten stürzt die exquisite Sängerin mit der so ausdrucks-vielfältigen Stimme die Hörer in ein stetes emotionales Wechselbad. Sauna für die vorweihnachtliche Seele. Das tut gut. Applaus, Applaus!

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Entertainerin Pe Werner verzaubert ihr Publikum

Peter Lorber /17.03.2014 / Rhein-Sieg Rundschau

Siegburg. Pe Werner verzauberte ihr Publikum in der Rhein-Sieg-Halle. Sie ist eine Künstlerin, die man zurecht als Entertainerin bezeichnen darf. Dabei darf der Vergleich mit dem großen amerikanischen Broadway-Entertainment bemüht werden. Freilich trugen auch die anderen Hauptdarsteller, das WDR-Rundfunkorchester und die WDR-Big-Band, zum glanzvollen, internationalen Format bei. Letztere genießt ohnehin unter den Jazz-Liebhabern der Welt großes Ansehen, der zweimalige Gewinn des Grammy (2007, 2008) festigte den Ruf.

Rund zwei Dutzend Songs und Stücke hatte Jörg Achim Keller arrangiert und subtil die beiden Klangkörper und die Sängerin für die Hommage an deren 25-jähriges Platten-Jubiläum zusammengeführt. Der Umstand, dass mit dem Rundfunkorchester ein Meister des sinfonischen und romantischen Fachs und mit der Big Band eine ambitionierte Interpretin der Swing- und Jazz-Genres fusioniert hatten, trug der Vielseitigkeit der 53-Jährigen Rechnung. Denn die kann swingen und jazzen, weiß aber auch als Chansonette zu glänzen wie im Couplet. Die große Bühne war also überreich bestellt für einen großen Abend, der mit stehenden Ovationen enden sollte. Da hatten die meisten bereits den unzureichenden Tonmix der ersten Konzerthälfte verziehen, der – besonders in den voluminösen Stücken – die lyrischen Botschaften der Sängerin einfach nicht ins Ohr der Zuhörer finden lassen wollte.

Bewundernswert die Wandlungsfähigkeit der gebürtigen Heidelbergerin und Wahl-Kölnerin. Sie gibt sich bei ihrer „unendlichen Reise durch die Körperwelten“ lasziv, frech, mondän, spielt mit dem Publikum, hebt aber zu keiner Sekunde ab. In ihren Songs kehrt sie Innerstes nach außen, wie sie in „Vaterseelenallein“ unterstreicht: „Dass ich mein Herz auf der Zunge trag’, oft den falschen Ton anschlag’, dass ich in jeden Fettnapf tret’“. Daraus wird schließlich eine Liebeserklärung an ihren Vater, der das Rundfunkorchester eine ans Gemüt gehende romantische Note verleiht. „Herbstzeitlos“ und „Weibsbilder“ („Meine erste Single – noch als Vinyl 1989, dann fiel die Mauer“) indes lassen große Bläsersätze oder ausgiebige Beiträge von Big-Band-Solisten zu üppigen Tongemälden werden. Ihr „Vollmondgesicht“ war gar eine Reverenz an die Zeiten Duke Ellingtons, im „Geld zurück“ brachte sie aktuell die Höneß-Affäre unter. Dazwischen immer wieder Überleitungen auf hohem Kabarett-Niveau mit wundervollen Er- und Bekenntnissen: „Lass dicke Männer um mich sein, das streckt!“ Bis in die Zugaben mussten die Fans auf „Kribbeln im Bauch“ warten. Das Warten war nicht umsonst. Ein herrliches Keyboard-Intro und eine kinohaft arrangierte Sinfonie waren der Lohn.

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Pe Werner begeistert mit Stimme und Witz

Christine Siefer /17.03.2014 / Genaral-Anzeiger Bonn

Siegburg. Gespickt mit Lyrik, Wortspielereien, musikalischem Witz und einem mitreißenden instrumentalen Klang - das Konzert der Sängerin Pe Werner mit dem WDR Rundfunkorchester und der WDR Big Band Köln in der Rhein-Sieg-Halle bot eine unwiderstehliche Mischung für einen kurzweiligen Abend.

Die Singer-Songwriterin, Kabarettistin und Buchautorin beschrieb die instrumentale Unterstützung von Orchester und Band als "hohes musikalisches Verkehrsaufkommen auf der Bühne", von dem sie sich durch das Programm tragen ließ. Im roten Spitzenkleid, selbstironisch, selbstbewusst und keck zeigte sie vom ersten Lied an, was sie hat und kann.

Einen unpersönlichen Saal bis in die letzte Reihe mit ihrer warmen Stimme zu füllen, schien der 53-jährigen Kölnerin sichtlich leichtzufallen. Es war ihr Abend, ein bisschen wie eine Geburtstagsfeier. Der musikalische Querschnitt der bisherigen Hits als Geschenk an die Fans und an sich selbst.

"Vor 25 Jahren habe ich meine erste Vinyl-Platte veröffentlicht, ab dem Moment war ich eine Professionelle", erzählte sie mit einem Augenzwinkern. "Weibsbilder", die Debüt-Single von damals, durfte bei diesem Platten-Jubiläumskonzert nicht fehlen. 16 Tonträger hat sie seitdem veröffentlicht und für Künstlerinnen wie Katja Ebstein, Barbara Schöneberger und Mireille Mathieu komponiert und getextet.

Die Texte sind das Salz in der musikalischen Suppe, auch beim Siegburger Konzert. Teilweise sind sogar ihre Moderationen kleine poetische Sprachspiele, Gedichte oder Witze - nicht selten auf ihre eigenen Kosten. Trotz des opulenten instrumentalen Arrangements entfalten Lieder wie "Geld zurück" erst durch ihren Sprachwitz die volle Wirkung.

"Von wegen waschmaschinenfest, der erste Waschmaschinentest gibt meinem neuen Hemd den Rest", singt Pe Werner, um anschließend noch eine kleine Spitze auf Uli Hoeneß in den Songtext über Geldgier einzubauen. In der Abmoderation des Stückes bedankt sie sich bei Pianist Frank Chastenier, dass er keine Töne hinterziehen würde.

Bei einem der wenigen Stücke, die nicht aus der Feder von Pe Werner stammen, brilliert Frank Chastenier an der Hammond Orgel. Das Lied "Säufermond", Udo Lindenbergs Übersetzung des Titelsongs des Kriminalfilms "The Thomas Crown Affair", ist ein melancholischer Blues.

Durch das Wummern der Orgel, durch die Dynamik und das rasante ¾-Takt-Finale mit den Bläsern vibriert schon nach kurzer Zeit der Boden in der Rhein-Sieg-Halle. Pe Werner singt mit dem gesamten Körper, fühlt den Blues und transportiert die Stimmung des besungenen Vollrausches mit ihrer präsenten, tiefen Stimme.

Nur bei dem Lied "Schnee von gestern" geht der Text in der kraftvollen Begleitung der WDR-Ensembles unter. Ansonsten ist das Timing und die Dynamik zwischen den Musikern gut aufeinander abgestimmt. Bei den Soloparts in den Arrangements von Dirigent Jörg Achim Keller tritt Pe Werner in den Hintergrund und überlässt den Musikern die Hauptrolle.

Die Dramaturgie des Abends geht auf. Nach 18 Stücken wie "Vollmondgesicht", "Liebe ist", "Trostpflastersteine" oder "Kribbeln im Bauch" bedankte sich das stehende Publikum mit viel Applaus. Pe Werner ließ das Jubiläumskonzert mit drei Zugaben ausklingen. Einziges Manko blieb die unerwartete und nicht geplante vierte Zugabe, die trotz erster aufbrechender Zuschauer zusätzlich gespielt wurde und dem Abend das stimmungsvolle Ende und den runden Abschluss nahm.

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Pe Werner vom Publikum gefeiert

Pe Werner begeisterte mit ihren Liedern, begleitet wurde sie vom WDR-Rundfunkorchester und der WDR Big Band.

Ralf Rohrmoser-von Glasow /16.03.2014 / Rhein-Sieg-Anzeiger

Pe Werner und das WDR-Rundfunkorchester sind in der Rhein-Sieg-Halle in Siegburg mit stehenden Ovationen gefeiert worden. Gut aufgelegt präsentierte die Sängerin Beispiele ihres Schaffens aus 25 Jahren.

Siegburg. Bis zur zweiten Zugabe mussten die zu diesem Zeitpunkt schon längst begeisterten Zuschauer warten, bis „Dieses Kribbeln im Bauch“ ganz sanft durch den Saal schwebte. Allein das gefühlvolle Intro auf dem Piano wäre den Eintrittspreis wert gewesen. Mit „großem Besteck“ war Pe Werner angereist. Die riesige Bühne der Rhein-Sieg-Halle war gerade groß genug für das WDR-Rundfunkorchester und die WDR Big Band. Die Sängerin und Stückeschreiberin, Kabarettistin und Entertainerin bereitete dem Publikum mit den formidablen Musikern unter der Gesamtleitung von Jörg Achim Keller ein außergewöhnliches Konzerterlebnis.

Seit 1989 ist die vielseitige Künstlerin „eine Professionelle“, wie sie mit leicht ironischen Unterton verriet. „Weibsbilder“ erschien noch in Vinyl. „Die Platte kam raus und zack, die Mauer fiel“, erzählte sie im beiläufigen Ton. Die Kausalitätenkette konnte sie allerdings nicht belegen. Stattdessen verriet sie, dass es immer wieder Versuche gegeben habe, sie in Schubladen zu stecken, aber: „Wissen Sie was, ich bin eine Kommode.“ Gut aufgelegt präsentierte sie Beispiele ihres Schaffens aus 25 Jahren. Schade nur, dass in der ersten Halbzeit an einigen Stellen in der Halle ihre Texte kaum zu verstehen waren. Das änderte sich jedoch im zweiten Durchgang.

Glücklicherweise, denn ihre Zeilen sind zuweilen wunderbar poetisch. Gerade bei den leisen Tönen ist sie eine Meisterin, überzeugt mit sanft-weichem Gesang, manchmal nur gehaucht. Kurz darauf aber beweist sie sich gerne mal als Rockröhre, kehlig und rauchig. Sanfter oder treibender Swing, Blues oder Ballade, Werner zeigte eine ungeheure Bandbreite. Faszinierend, wie sicher sie sich in den unterschiedlichen Genres bewegte. Und ihre Zwischenmoderationen bewiesen, dass sie auch als Kabarettistin punkten kann. Ganz schnell hatte sie in ihrem Song „Geld zurück“ Uli Hoeneß und seine Steuerverbrechen eingewoben, versicherte, dass besagter Pianist dagegen noch nie Töne hinterzogen habe. Ihre Lieder sind kleine Alltagsgeschichten, von Liebe, Enttäuschung, vom Enttäuschtsein und zärtlichen Wünschen, etwa dem „Segler aus Papier“, den sie sich gefaltet wünscht aus Zeitungspapierrest. In „Der Mond ist aus Papier“ stand ihre sanfte, leise Stimme gegen die ungeheure Orchesterfülle der beiden Ensembles, ein großartiger Kontrast.

Überhaupt die beiden fulminanten Klangkörper. Für die weichen, getragenen Stimmungen zeichnete das Rundfunkorchester mit großartigen Streichern verantwortlich. Ungeheuer exakt, zurückgenommen aber voll klangen Instrumente. Handgemachte Musik vom Feinsten, die körperlich fühlbar ist. Ebenso virtuos, aber natürlich jazziger kamen die Mitglieder der WDR Big Band daher. Ob Solo-Improvisationen auf Saxophon, Posaune und Trompete, oder aber als vielstimmiger Bläsersatz zur Begleitung – diese Musiker gehören zum Besten, was bislang in der Rhein-Sieg-Halle aufgetreten ist. Sie und Werner wurden mit stehenden Ovationen gefeiert.

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Stilvoll wie aus Schwarz-Weiß-Film

Götz Alsmann mit der SWR-Big-Band

Konstantin Maier /10.01.2014 / Badische Neueste Nachrichten

Im klassizistischen Karlsruher Konzerthaus hat sich die SWR-Big-Band gerade ein wenig „eingeswingt“, als der Stargast und Entertainer Götz Alsmann (Foto: dpa) die Bühne betritt und belebt. An diesem Abend startet die berühmteste Haartolle der deutschen Fernseh- und Musiklandschaft mit der SWR-Big-Band bereits die vierte gemeinsame Tour und tritt diesmal den Beweis an, wie jazzfähig die alten deutschen Schlager sind. „Es wird ihnen eine altmodische Schlagerrevue geboten“, so der adrette Entertainer.
Alsmann weiß, wovon er redet, schließlich promovierte er in Musikwissenschaften zum Thema Jazz. Ganz manierlich gekleidet in Smoking und Jackett wirkt es fast, als wären Alsmann und Komparsen gerade frisch aus einem Schwarz-Weiß-Film gehüpft, um das Publikum mit dem Song „Wenn ich in Stimmung bin“ mit in diese Zeit zu ziehen. Und in Stimmung scheint Alsmann zu sein: Gentlemanlike schnipst er mit den Fingern, lässt langsam die Hüften kreisen, steppt, tänzelt und klatscht mit. Dieser Mann hat einen altmodischen Stil, aber in einem ganz und gar nicht negativen Sinn. Da schmelzen die Bläser dahin, gehalten von der swingenden Rhythmusabteilung. Doch ganz so einseitig historisch verhaftet soll es doch nicht zugehen. Dafür sorgen die beiden anderen Stargäste des Abends. Mit dabei sind der italienische Sänger Giovanni Costello und die Songpoetin Pe Werner, so dass gleich drei großartige Vokalisten sich das Mikrofon in die Hand geben. Die Sängerin und Songschreiberin Pe Werner beeindruckt optisch durch rote Haare, rotes Kleid zu roten Schuhen und auch musikalisch weiß sie von sich zu überzeugen. Ihre Texte sind voller intelligentem Wortwitz und erzählen kompakt ganze Geschichten in elegantem Jazzgewand. Das kommt nicht von ungefähr, ist sie sonst schließlich auch in der Kleinkunst- und Kabarettszene keine Unbekannte. Heute präsentiert sie fast ausschließlich mitreißende Eigenkompositionen.
Der Frauentraum Giovanni Costello kostet es aus, nebenher noch die Frauen im Publikum zu bezirzen und sie dann mit seiner markanten rauchigen Stimme um den Verstand zu bringen. Ganz „wonderful“ ist seine Version von dem Italo-Jazz-Klassiker „Via con me“. Er heizt dem ganzen Saal ein, und mit seinen funkigen kernigen Jazznummern reißt er das Publikum mit.
Dabei beweist die SWR-Big-Band ein gutes Gespür für Groove. An dieser Stelle ein großes Lob für das Ensemble., das unter der Leitung von Klaus Wagenleiter gekonnt durch den ganzen Abend jazzt. Die Band beherrscht sowohl den von Klarinetten geprägten Sound eines Glenn Miller, sowie rhythmische Bossa nova oder Swing in seiner so tanzbaren Form à la Benny Goodman. Vor allem der Klassiker „Sing, sing, sing“ von Goodman haut die Zuschauer fast von ihren Stühlen. Schlagzeuger Guido Jöris zeigt bei einem fulminanten Solo, welche Qualität und Leidenschaft die Band mitbringt. Da ist es auch egal, wenn die Frisur nach vollem Körpereinsatz nicht mehr sitzt. Zum Schluss stehen Costello und Pe Werner sich tanzend gegenüber, während Alsmann am Piano zu dem hitzigen Swing der Big Band soliert.
Eine ganze Fülle an Stimmen und Stilen, eine herrlich altmodische Revue, die nicht altmodisch sein konnte und ein eloquenter, energiegeladener Entertainer hinterlassen ein zufriedenes Publikum. So kommt man „beswingt“ ins neu Jahr.

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Lasst uns froh und funky sein
Von Pop bis Klassik: Die neuen Weihnachts-CDs der Saison

Axel Hill /14.12.2013 / Kölnische Rundschau

Jeder, der sich nur eine neue Weihnachts-CD in diesem Jahr kaufen will, sollte zu "Ne Prise Zimt" (Edel) von
Pe Werner greifen. Ein gutes Dutzend neuer Lieder hat die Kölnerin geschrieben und mit der hr-Bigband grandios eingespielt. Mal witzig ("Die Bahnhofsdrogerie"), mal besinnlich ("Lass es schnei'n", "Ich zünd' die Kerzen nicht mehr an"). Und immer wieder verblüffen die exzellenten Texten wie in "Schnee von gestern": "Jedes Jahr um diese Zeit, wenn das Eis gesalzen ist, kommst du in mein Herz geschneit, auch wenn du Schnee von gestern bist." Lieder zum Aneinanderschmiegen, die noch lange, lange im Ohr und im Kopf bleiben - und im Herzen sowieso!

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Melancholisches, Nachdenkliches und Humorvolles zur Weihnachtszeit: Pe Werner im Frankfurter Hof

Silvia Dott /13.12.2013 / Allgemeine Zeitung

MAINZ - Das Wetter ist mau, die Stimmung ebenso. Weit und breit kein Schnee. Was soll bloß aus Weihnachten werden? Schalter umgelegt im Frankfurter Hof! Sängerin, Kabarettistin, Swingerin und Jazzerin Pe Werner feiert ihre fulminante Weihnacht, mal elegisch – mal lebenslustig ausgelassen. „Eine Künstlerin, wie sie wäre in Frankreich ein Star, warum nicht bei Euch?“, fragte sich schon Patricia Kaas. Ja, warum eigentlich nicht? Pe Werner bringt alles mit, was ein Chanson-Star braucht: Musikalität, Geist, Humor, Stimme. Und mit ihren roten Locken das Aussehen einer femme fatale. Die perfekte Entertainerin also, die niemanden kalt lässt. „Sind die Schuh nicht raus bei eins zwei, drei, rauscht der Nikolaus vorbei“, swingt Werner. Die Sängerin mit der großartigen, jazzigen Stimme tritt meist mit Big-Band auf. In Mainz hat sie in nikolausrotem Etuikleid das „Trio Deluxe“ dabei. Eine gute Entscheidung, die Salonbesetzung – Adam Zolynski (Violine), Martin Bentz (Cello) und Peter Grabinger am Flügel – zaubert eine Atmosphäre, die Werners Lieder noch mehr unter die Haut gehen ließen.

„Weißt du noch, wie der Winter roch?“ oder „’e Prise Zimt“. Diese Geschmacksnuance im Cappuccino am Bahnhof führt die Sängerin gedanklich zurück in die heimatliche Küche, wo ein Blech mit Weihnachtsplätzchen wartet. Ihre Lieder sind romantische Gedichte, die an existenzielle Seelenzustände rühren – stets ohne Kitsch. Geschickt wiegt die Sängerin sachte Melancholie mit Lachen auf. So mit Läden, in denen schon Ende August die ersten Weihnachtsmänner stehen. „Marzipan passt nicht zum Dezember“. Gesanglich begleitet vom Trio bekennt sie: „Ich will nicht schwitzen in Kocharenen, ich könnt’ nie nem Huhn den Hals rumdreh’n. Ich will essen geh’n.“ Die Sängerin hat die Chansons ihrer neuen CD am Strand von Mallorca geschrieben. In der Hitze am blauen Meer im weißen Sand träumt es sich am besten von der deutschen Weihnacht. Auch kritische Töne dürfen in der Adventszeit nicht fehlen. „Sag mir, wie kommst du über’n Winter?“ – die einsame Witwe, die alte Frau an der Gehhilfe? Und was gehört noch zum Fest? Essen, essen, essen. „Da sitzen wir da und zerreißen fette Puten – für den Frieden der Welt.“ Pe Werner, eine Liebhaberin von Whams „Last Chrismas“, macht aus der Schnulze eine Polka, einen Walzer mit Jodler, einen Rap, einen Reggae. Zum Schluss erinnert das Weihnachts-ABC an das, was wir an Heiligabend nicht vergessen sollen: „Es muss Kerzen, Kunstschnee und Blockflöten geben – dazu ein Gänseleben.“

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Pe Werner und Götz Alsmann im Interview

Interview im Kulturmagazin Prego

Mit Pe Werner von Weihnachten träumen

Hagen Thiele / Bergische Morgenpost
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Prachtstück mit Zimt

Jutta W. Thomasius / Frankfurter Neue Presse

Mann, ist die eine Wucht!" – Jazz-, Kabarett-, Dichtkunst- und Musikexperten sind nicht die einzigen, die die rothaarige Entertainerin Pe Werner (52) mit Beifall überschütten. Sogar die kritischen 17 Solisten der hr-Bigband geizten am Mittwoch im ausverkauftem Südbahnhof-Musiklokal nicht mit Lob.

Wenn die Heidelbergerin sich erst in rotem, nach der Pause in grünem Satingewand gehüllt, verneigt, zeigt sich ein wahres Prachtstück. Ihre Texte, Lieder und Moderationen haben Witz. Und Biss. Kleine Kostprobe gefällig? "Da kommt die Tofu-Gans, die kannst du essen". Soll das der Weihnachtsbraten sein? Ja, er ist’s ! Sie lässt ihn einfach brutzeln. Die Kabarettisten und Autoren Georg Kreisler und Thomas Gernhardt hätten es nicht besser machen können.

Klaus Kappel und Frau Renate klatschen sich fast die Hände wund. Und der Bariton-Saxofonist Rainer Heute verrät einem anderen zur 20. "Swinging Christmas" angereisten Fan: "Keine Angst: Wir produzieren die ’Gans oder gar nicht-Show’ schon nächste Woche als CD!"

Wer wie Pe Werner gleich nach dem Abitur die Kleinkunst-Branche aufmischte, Dutzende Preise errang und schon 1998 als "Pia Piano"-Hauptfigur im 13-teiligen TV-Hit "Schön war die Zeit" funkelte, hat keine Mühe, sich zu präsentieren und zu definieren. "Weihnachtsbetrachtungen, mit Pfeffer gewürzt und mit Zimt abgeschmeckt", schüttelt sie quasi aus dem Ärmel.

Ihre Kompositionen untermalt Posaunist Manfred Honetschläger feinfühlig mit Bigband-Arrangements. Er lässt immer wieder Bläser-Soli und ihre Stimme im Duett erstrahlen.

Und wenn Pe ihren Songtext über die während des Weihnachts-Einkaufs der Gattinnen im Auto "geparkten Männer" auf hessisch erläutert, greift man im Saal zu Handkäs’ mit Musik. Kompositorisch bedient Pe den sanften wie den dramatischen Klang. Dem Nikolaus greift sie hart in den Bart. Weihnachtskerzen lässt sie im wiegenden Slow verglühen. Das passt zum Glüh-Ebbelwei aus der Küche. Auch zum "Stille Nacht"-Chor der Bläser, die nach der Pause den Einmarsch der Band anführen.

Tonsprachlich hat Pe Werner übrigens ein Faible für südamerikanische Rhythmen. Textlich bleibt sie im deutschen Comedy-Revier. Ihre Worte tragen oft den Blues in sich. Und selbst Wunderlichstes wird wunderbar. Bravo Pe, Bravo Bigband, Bravissimo hr. Bitte mehr davon!

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Ein Triumph rundum

Turteltaub: Pe Werners Debüt im Pantheon

Ulrike Strauch / 19.03.2013 / General-Anzeiger Bonn

BONN. Lassen Sie sich von dem Titel ja nicht täuschen: Eine Turteltaube ist an Pe Werner gerade nicht verloren gegangen. Da kann sie noch so nett schauen in ihrem Brautkleid, mit dem artigem Schleier auf dem Kopf.

Aber als sie die weiße Unschuld abstreift und das kleine Schwarze darunter zum Vorschein kommt, ist die Kölner Sängerin wirklich da Und wie! Ihr Debüt im Pantheon - warum eigentlich erst jetzt? - wird zum Triumph: mit mehrfachen stehenden Ovationen und drei Zugaben. Vielleicht weil Pe Werner das Publikum in jedem Augenblick spüren lässt, wer dort auf der Bühne steht.

Kein It, und schon gar kein Girl, sondern eine ausgewachsene Frau, die etwas zu sagen hat und sich dabei selbst nicht ernster nimmt als unbedingt nötig. "Der Mond ist rund, ich bin es auch", singt sie mit kokettem Augenaufschlag. Sehen wir ihr das "fishing for compliments" an dieser Stelle einmal nach.

Gegenüber jemandem, der so unverfälscht, so voller Sinnlichkeit und Lebenslust loslegt und dabei auch die Musiker Adam Zolynski (Violine), Martin Bentz (Cello) und Peter Grabinger und Pit Lenz (Ton, Gesang) mit in ihr Spiel einbindet, kann man ruhig mal großzügig sein. Vor allem gegenüber jemandem, der einen mit Selbstironie und einer herrlich ungelenken Hommage an Michelle Pfeiffer auf dem Flügel zum Lachen bringt und mit der Coverversion von Lindenbergs "Cello" die Augen feucht werden lässt. Der melancholische Blick, das Timbre, leicht aufgeraut: Hier stimmt einfach alles.

So viel steht nach diesem Abend fest: Glückliche Paare auf ihrer Lieblingsbank im Park bringen sie in Rage, und weil man von der Liebe nicht erwarten kann, dass sie ein Leben lang hält, ist den Männern, auf die sie ein Auge geworfen hat, danach kein allzu langes Dasein auf Erden mehr beschieden. Wie schade für die Herren, denn auch in Rot sieht Pe Werner umwerfend aus. Ihren größten Hit, "Dieses Kribbeln im Bauch" hat sie bis zur Zugabe aufgespart. Und mit genau diesem Kribbeln entlässt sie ihr Publikum bis zum nächsten Mal. Na hoffentlich.

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© Schwetzinger Zeitung, Montag, 11.03.2013, Cla

BRÜHL. Orgelmusik, Hochzeitsmarsch, Männer im Frack, Geige, Cello, blaues Licht - und dann erschien Pe Werner im roten Licht mit weißem Hochzeitskleid auf der Bühne der Festhalle. " Manche mögen's weiß, mit Plastik, Tüll und Taft, turtel-taub für lebenslange Haft, doch um jeden Preis ein Dekolletee voll Reis." "Turteltaub" ist auch der Titel ihres aktuellen Programms. Sie erinnerte sich am Weltfrauentag an einen Mann, ihren Vater, an seine warme Hand, an die Kindheit voller Laternen und einem Mond aus Papier. Rhythmus und Emotionen veränderten sich, war es jetzt noch frivol mit Sex bestrichen, schlug das nächste Lied um in Melancholie.

"Die Stadt riecht nach Regen, schöpf' aus meiner Seele Teich - hat der Himmel immer diesen rosigen Schimmer?" Ihre Lieder finden Vollendung in der Begleitung der Instrumente, werden dadurch erst hochkarätig. Pe Werner wird zur Verführerin, räkelt sich auf dem Flügel. "Habe meine Äpfel schon mal ins Fenster gelegt", schmachtet sie mit Augenaufschlag und Stimme, unwiderstehlich, doch Peter Grabinger bleibt ungerührt konzentriert auf das Spiel seiner Finger mit den Tasten. Pe Werner überließ dann die Bühne den Musikern zum Czardas von Vittorio Monti. Tönte das Klavier im Vorspiel wie entfesselt, kam danach das Spiel mit der Geige von Adam Zolynski zunächst im Adagio, dann über Fortissimo bis zu Furioso. Martin Bentz beherrschte dabei das Cello mit passendem Zuspruch. Flugs mimte die Werner gekonnt die schrille, betrunkene Frau und schleuderte das hochprozentige Nass zum Schrecken wie zur Belustigung im hohen Bogen ins Publikum. Doch auf der Bühne pulsierte das Leben weiter.

Pit Lenz kam mit seiner Mundharmonika - nun wurde es jazzig. Ein Feuerwerk der musikalischen Extraklasse voller Harmonie zwischen Musikern und Sängerin, ein Abend voller Emotionen ging dem Ende zu und schloss mit dem "Segler aus Papier". Cla

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FRANKFURTER HOF - Pe Werner mit „Turteltaub“

asche / 12.11.2012 / Allgemeine Zeitung

Passend zum neuen Album „Turteltaub“ betritt Pe Werner im weißen Brautkleid die Bühne im Frankfurter Hof für eine deftige Abrechnung mit diesem ganzen Liebelei-Herz-Schmerz-Getue. Zwischen den Zeilen lässt sie durchblicken, dass dahinter womöglich Frust und Neid steckt auf Liebespärchen - diese „öffentliche Grünanlagenpest“. So ist sie des Brautkleids auch schnell überdrüssig und entledigt sich dessen mit frivolem Gestus.

Schwarz steht diesem „Weibsbild“ mit dem wallend roten Haar eh besser. Die Fans sehen das genauso. Auch die haben Humor. Wenn Werner singt, dass sie zwar nicht kochen, aber „prima essen gehen“ kann, dann bringt neben Blumen auch mal jemand eine Dosensuppe zur Bühne vor.

Pe Werner ist Jazz-Sängerin, Poetin, Kabarettistin, Schauspielerin, und in jeder dieser Sparten eine Meisterin der Unterhaltung. Da räkelt sie sich auf dem Flügel mit einem Blick wie eine Tigerin kurz vorm Sprung, um ihren Pianisten Peter Grabinger zu bezirzen. Dem „Trio Deluxe“ mit Violinist Adam Zolynski und Cellist Martin Bentz fehlt es zwar in herzhafteren, durchaus tanzbaren Stücken an Zugkraft.

Dafür trumpfen die Herren aber auf in Balladen und kitzeln in dieser angenehm kitschfreien Romantik die Gänsehaut noch ein Stückchen weiter über den Nacken. Zudem beweist das Trio, dass es auf höchstem musikalischem Niveau ebenso mitzureisen vermag.

Bei ihrer Rückkehr zur zweiten Programmhälfte mimt Werner die Besoffene in Mary Roos’ Klassiker „Aufrecht gehn“ - aber nach Strich und Faden genuschelt, geröhrt und gerülpst und mit einem beschwingten „Hui!“ fliegen ein paar Tropfen aus der Flasche (natürlich bloß Wasser) in Richtung Publikumsreihen. Zum Kringeln. In einer anderen ihrer unzähligen Ausdrucksfacetten zitiert sie Udo Lindenbergs „Cello“ mit persönlicher Emotionstiefe. Am beeindruckendsten bleibt aber ihre eigene Dichtkunst.

Das hat philosophische Finesse, wie sie ihre Worte zu geistreicher Poesie verknetet. Am Ende stehender Applaus.

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Song-Poetin mit Charme und Angriffslust

rav / 12.03.2012 / Weinheimer Nachrichten

Weinheim. Nachdem Pe Werner mit Bravorufen und minutenlangem, stehenden Applaus gefeiert wird, singt sie schließlich das Lied, auf das wohl viele Zuschauer, dem verzückten "Ah" nach zu urteilen, gewartet haben. Es ist der Song, der vom Sterben einer Liebe erzählt und gleichzeitig eine besondere Beziehung zu Weinheim besitzt. Es ist 20 Jahre her, seit die Wahl-Kölnerin, die ihre Kindheit im Odenwald verbracht hat, ihre Ballade "Kribbeln im Bauch" als Uraufführung auf der Bühne des damaligen Weinheimer Kleinkunstkellers "Villa" präsentierte.

Das Kribbeln schenkt Pe Werner ihrem Publikum ohnehin zwei Stunden lang an diesem Abend in der Stadthalle. Die 51-jährige quirlige Rothaarige vertritt das längst ausgestorbene Genre der "Diseuse", die im Kabarett der Nachkriegszeit mit frechen Liedern und Couplets ihr Publikum provozierte. Dabei verkörpert Pe Werner eher den modernen Typ "Chansonnette", der, ohne den angestaubten Gestus der Hinterhaus-Göre, seine Lyriks mit Charme, Witz, Angriffslust und nicht zuletzt mit ihrer kraftvollen Stimme interpretiert.

Im Laufe des Abends entfaltet sie die gesamte Skala ihrer Weiblichkeit, rekelt sich verführerisch auf dem Flügel und stürzt ihren Pianisten Peter Grabinger von einer Verlegenheit in die nächste, wenn sie seine schlanken Finger bewundert und sich wünscht, mit ihm mal so richtig "zu schuhbecken oder zu mälzern", denn kochen kann sie nicht, erzählt sie, dafür isst sie um so lieber. "Ich war nie eine Suppenkasperin" und im Hinblick auf ein paar Pfunde mehr auf den Hüften, singt sie "Der Mond ist rund, ich bin es auch".

Sie ist witzig und klug, veralbert sich selbst und setzt dabei ihre Pointen ohne Süffisanz. Vor allem die weiblichen Zuschauer erkennen sich wieder, nicken zustimmend mit dem Kopf, wobei ihr die Männer im Publikum ohnehin spürbar zu Füße liegen. "Turteltaub" heißt ihr neues Album, bei dem es vor allem um die Zeit geht, in der Paare aufhören zu turteln und es beim Sex heißt: "Schatz bedien´ Dich, Du weißt ja, wo alles liegt". Das löst ausgelassene Heiterkeit im Publikum aus und wechselt augenblicklich in Nachdenklichkeit, als Pe Werner ihre wunderschöne, von wehmütigen Cello-Klängen begleitete Ballade singt "Und da war der Mond in ihren Augen". Große Gefühle des Verliebtseins treffen hier mitten ins Herz.

Während viele noch verträumt die Augen schließen, schreckt sie das "Weibsbild" mit greller Stimme auf, singt von "diesen Liebespärchen", die sich überall wie Seuchen ausbreiten. "Das ist, wie vor einer Schwarzwälder Kirschtorte sitzen und dabei denken, ich darf nicht". Aber halt, "man muss auch gönnen können". Dazwischen plaudert sie von ihrer ersten Liebe, als es noch Wählscheiben an orangefarbenen Telefonen gab und die Badezimmer "wellensittichkackegrüne" Fliesen hatten. Auf ihre "Drei von der Klangstelle", wie Pe Werner die Musiker an ihrer Seite liebevoll nennt, ist sie besonders stolz, kann sie auch, denn ihr "Trio Deluxe" besteht aus erstklassigen Instrumentalisten. Mit den "Ungarischen Tänzen" von Brahms zeigen Peter Graber am Flügel, Adam Zolynski (Violine) und Martin Bentz (Cello), dass sie eigentlich in der Klassik zu Hause sind. Überhaupt lebt das umjubelte Konzert von seinen Kontrasten und Überraschungen. Dazu gehört auch, dass der kleine, bebrillte Mann am Mischpult plötzlich zum Mikro greift und sich mit einem unglaublichen Stimmvolumen als Duett-Partner der Song-Poetin dort oben entpuppt.

Aber damit nicht genug, dieser Pit Lenz überlässt die Tontechnik vorübergehend einem Vertreter, rennt auf die Bühne, verrenkt den Körper, als er, begleitet von Peter Grabinger am Flügel, eine geradezu begnadete Bluesharp spielt. Kein Wunder also, dass der gekonnt in Szene gesetzte Facettenreichtum aus Poesie, Satire und enormer Musikalität so enthusiastisch gefeiert wird. rav

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Rampensau auf Wolke 7

co / 10.11.2011 / Der Patriot - Lippstädter Zeitung

LIPPSTADT - Minutenlange Standing Ovations und ein vor Begeisterung lautstark johlendes Publikum, das sich die Finger beinahe wund applaudiert — solch einen Schlussapplaus gibt es selten im Stadttheater. Was ist da los? Kurz und knapp: Frau Werner ist da. Pe Werner, um ganz genau zu sein. Und von dieser Künstlerin kann man mit Fug und Recht behaupten: Sie ist eine 1A-Rampensau.

Wer Pe Werner nur mit dem berühmt-berüchtigten „Kribbeln im Bauch“ verbindet und sie noch nie live und in Farbe erlebte, der hat zweifelsohne etwas verpasst. Das hiesige Publikum jedoch verpasste nichts und kam zum jüngsten Programm mit dem verheißungsvollen Titel „Turteltaub“, gleich scharenweise ins Stadttheater.

Bühne frei, schon kommen Peter Grabinger (Piano), Adam Zolynski (Geige) und Martin Bentz (Cello). Feierlich-getragen spielen sie den „Hochzeitsmarsch“. In rotem Lack stiefelt Pe Werner an. Ansonsten ist sie ganz in Weiß, eine waschechte Braut: „Keine Angst, das ist heute nicht Bauer sucht Frau. Ich wollte mich nur für sie aufhübschen“, lacht die Künstlerin ins Publikum. Und dann legt die Dame los, singt vom Liebesleid, vom Liebesglück, vom Hafen der Ehe, der so manche schnurstracks von Wolke 7 runter in den Waschkeller befördert.

Ihr Publikum jedoch befördert Pe Werner ohne Umwege auf besagte Wolke 7, und es bleibt dort auch glückselig lächelnd für die Dauer des Konzertes. Kein Wunder, denn die Sängerin und ihre erstklassigen Musiker haben einiges zu bieten. Sanftweiche Balladen folgen Liedern voller Swing und Pfiff, die Show wird zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Denn egal, was die Werner auch singt — sie singt sich irgendwie immer unter die Haut. Ihre Stimme ist auf der Tonleiter einfach zu Hause und von unglaublicher Ausdruckskraft und Wandlungsfähigkeit.

Bei flotten Liedern voller Swing und Pfiff wie „Der Onkel Doktor hat gesagt ich darf nicht küssen“ oder „Prima essen gehen“ schnippt so mancher im Saal nur allzu gerne mit und bei gefühlvollen Balladen wie „Mond aus Papier“ oder „Trommler in der Brust“, wird es dem Publikum geradezu „turteltaubig“ rund um die Herzgegend.

Einige schließen verträumt die Augen und genießen nur. Doch halt! Aufgepasst und Augen auf. Denn die Show sollte man mit allen Sinnen erleben. Die Bühnenpräsenz der Sängerin ist schlichtweg unglaublich. Mal hüpft sie ausgelassen über die Bühne „Jetzt müssen sie sich das komplette NDR-Fernsehballett im rosa Tüll vorstellen“, dann räkelt sie sich auf dem Klavier und streckt dem Pianist ihr Dekolleté entgegen.

Und dazwischen plaudert sie munter los von Pril-Blümchen, Laternenumzügen in Wuppertal oder dem „wellensittichkackegrünen“ Badezimmer ihrer Kindheit. Großartig und umwerfend komisch ist auch ihre ganz spezielle Interpretation des Mary Roos’ Titels „Aufrecht gehn“. Leicht lallend, mit Schnapsflasche im Anschlag torkelt Pe Werner daher und das Publikum ist derartig hingerissen, dass es sich ohne Zögern gerne zum Mitsingen animieren lässt.

Pe Werner bedankt sich auf ihre Art für derlei Begeisterung: Mit einem langen Zugabenteil und dem Brautstrauß, der am Schluss der Konzertes ins Publikum fliegt. - co

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Pe Werner sorgte für Bauchkribbeln

ard / 13.07.11 / Saarbrücker Zeitung

Frech, charmant und unterhaltsam war der Auftritt von Pe Werner auf der Sommeralm in Reden. Mit ihren teils bissigen, teils romantischen Liedern begeisterte sie über 3000 Fans.

Ein besonderes Bauchkribbeln erlebten am Montagabend 3000 Besucher der SR 3-Sommeralm in Landsweiler-Reden. Pe Werner begeisterte ihr Publikum mit einem charmant- koketten Auftritt im weißen Brautkleid und Alm-tauglichen Tigerstiefeletten. Frech, provokant und wortgewandt waren die Lieder der Heidelberger Songpoetin aus ihrem Programm "Pe-Dur" mit Flügel und Streicher.
Gänsehautfeeling war den Fans garantiert, als sie mit ihrem Song "Dieses Kribbeln im Bauch" die verliebten Paare unter dem Publikum ausmachte und ihnen charmante Blicke zuwarf. Gleich darauf machte sie den "blauäugigen" Männern, deren Hirn gerade mit "rosarotem Brei" gefüllt ist klar, dass "Weibsbilder" durchaus gefährlich sind. Opfer ihrer Laissez-faire-artigen Verführungskünste wurde der Mann am Klavier, Peter Grabinger.

Gekonnt räkelte sie sich auf dem Flügel und versuchte, den Pianisten zu verführen: "Ich kann leider nicht kochen, aber wir könnten etwas bestellen - beim Inder." Dann eine kurze Pause. "Ich weiß zwar nicht was Kamasutra ist, aber ich hoffe es schmeckt". Oder chinesisch. "Dann zeige ich ihm meine 21 Kostbarkeiten." Immer wieder gelang Pe Werner der Sprung von der tiefen Poesie ihrer Liebeslieder in die normale Alltagswelt.

Viele Fans nutzten die Gelegenheit, ihrer "Pe" auf der Haldenbühne so richtig nahe zu kommen. Ein großer Fan ist Anette Wolf aus Völklingen. "Ich bin total begeistert von ihr und von der Atmosphäre auf der Sommeralm. Ich bin gerne den Berg hoch gekraxelt, um live dabei sein zu können."

Zum Abschluss interpretierte Pe Werner das Lied "Aufrecht geh'n" von Mary Roos, mimte dabei eine Betrunkene. Zuerst landete ein Weinglas vor dem Publikum auf dem Boden, dann "begoss" Pe die Fans, die zu nahe standen, aus einer Flasche - inklusive des Kameramanns, der nicht schnell genug reagieren konnte. Im Kontrast dazu stand der Auftritt des "musikalischen Sommeralm-Quartetts" mit dem Alm-Ebi, Schorsch Seitz, Pe Werner und der Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider. Zusammen schmetterten sie das Sommeralm Lied "Morjns gehts ruff un ohmends ronner". ard

Hintergrund

Wie Pe Werner auf der SR 3 Sommeralm versicherte, kommt sie gerne ins Saarland. Die 1960 in Heidelberg geborene Künstlerin wird von den Kritikern oft als "Songpoetin" beschrieben. 11 Alben hat sie bisher produziert und wurde mehrfach mit verschiedenen Musikpreisen ausgezeichnet. So erhielt sie bereits 1992 den "Echo" als beste nationale Künstlerin. 2011 erhielt sie für ihr Album "Im Mondrausch" die Goldene Schallplatte.

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moz

Wortkaskaden wie Kirschkerne ausgespuckt

Ulrike Le Bars / 22.06.11 / Badische Zeitung

Pe Werner zelebriert beim zweiten Gengenbacher Kultursommerevent einen furiosen Auftritt mit alten Gassenhauern.

GENGENBACH. Mit ihrem annähernd zweistündigen, spritzig-frechen Non-Stop-Programm hat Powerfrau Pe Werner am Sonntagabend in der nahezu ausverkauften Gengenbacher Stadthalle am Nollen für jede Menge Kribbeln gesorgt und dafür immer wieder Szenenapplaus sowie stehende Ovationen am Schluss eingeheimst. Als ebenbürtiger musikalischer Begleiter hat Peter Grabinger am Piano überzeugt.

Dass diese Frau ein ganz ausgekochtes Weibsbild ist, darauf war man ja schon vor dem Konzert gefasst. Bringt sie doch seit Jahren alles andere als gefällige Popsöngchen auf den Markt, sondern neigt eher dazu, auch mal mit der Text-Keule auszuholen und zum Rundumschlag anzusetzen gegen abgestandene Beziehungs-Kisten, oberflächliches Etepetete-Gehabe, soziale Ungerechtigkeiten und ähnliches Ungemach. Für so manch frauentypische Seelenpein hatte sie auch die passenden Trostpflastersteine auf Lager. Welche Risiken und Nebenwirkungen es aber in sich birgt, sie nicht nur als äußerst vielseitige Sängerin, sondern auch als talentierte Schauspielerin live auf der Bühne zu erleben – Stimmungs-Doping mit der Gefahr kollektiver Lachkrämpfe, Kontroll-Verlust, hemmungsloses Mitsingen beispielsweise – , davon hatten wohl die wenigsten Besucher im Voraus auch nur die leiseste Ahnung. Zumal auch der Titel des Programms "Eine Nacht voller Seligkeit" das Publikum zunächst kräftig an der Nase herumführt: Wer dahinter zuckersüß-klebrige, sämig ins Ohr rinnende, vor Verliebtheit strotzende Säuseleien vermutet, dem wird schon bei den ersten paar Stücken klar, dass Pe Werner darunter etwas völlig anderes versteht.

Da ist es ein rasantes Vergnügen, ihr dabei zuzuhören, wie sie Wortkaskaden lässig wie Kirschkerne aus dem Mund spuckt. Rotzfrech, prickelnd, schamlos, naiv, aufreizend, unflätig – jedes Mal so, wie es zu den Liedern passt, die sie drum herumgebaut hat. Und das sind beileibe nicht nur die bekannten Gassenhauer und Evergreens vergangener Zeiten wie "Die Männer sind alle Verbrecher", "Bel Ami", oder "Komm’ ein bisschen mit nach Italien", die sie teils im Duett mit Peter Grabinger sowie teils unter interaktiver Beteiligung des Publikums vorträgt.

Was Pe Werner da zusammengestellt hat, ist ein gnadenlos witziger gespielter und gesungener Durchmarsch durch exakt die Jahrzehnte der (aus heutiger Sicht zugegeben oft lächerlich seichten) Schlager- und Zeitgeschichte, die auch das Publikum am eigenen Leib erlebt hat. Ob Hitparade, Werbeslogans, Familien-Idylle, Wirtschaftswunder oder Kultautos – alles und jedes bekommt sein ironisches Fett ab. Auch vor einer Abrechnung mit der Nazizeit macht Werner nicht halt und bringt damit für ein paar Momente nachdenkliche Stille in den Saal.

Als letzte Zugabe nach knapp zwei Stunden vergnügter Unterhaltung durfte dann natürlich der Song nicht fehlen, der auf dem Ticket mit dem Motto "Gengenbach kribbelt" schon angekündigt war und mit dem Pe Werner den Durchbruch als Künstlerin geschafft hatte: "Kribbeln im Bauch".

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Beklemmende Lebensnähe

12.02.11 / Allgemeine Zeitung, Mainz

KABARETT Pe Werner überzeugt im SWR-Foyer mit Hirn, Charme und Synkope

(cop). Wer bei Kabarettvorführungen entnervt an pseudointellektuelles Pointengehechel und politisches Parolengedresche denkt, wäre am Donnerstagabend im Foyer des SWR-Funkhauses von einem großen und ärgerlichen Vorurteil befreit worden: Es lebt noch, das Kabarett mit Hirn, Charme und Synkope. Poesie statt Politgezeter, Musik statt Mischpoke, Turtelei statt Tendenz. Mondanbeterin Pe Werner - als Songwriterin und Popsängerin unter anderem mit dem German Jazz Award ausgezeichnet - und ihr Pianist Peter Grabinger sowie Adam Zolynski (Violine) und Martin Bentz (Cello) vom Hamburger Streichensemble „Strings De Luxe“ erfüllten das randvolle Foyer mit swingenden, nachdenklichen, traurigen, poppigen und rockigen Klängen.

Die Songs und Balladen Werners erinnern teilweise an die Chansons vergangener Zeiten von Kreisler und Ogerman, ohne sie aber stilistisch zu kopieren. Werner schuf eine Art Revival des Evergreens unter modernen Vorzeichen. Vom Latin-rockigen „Weibsbilder“ bis zur melancholischen Reminiszenz-Ballade „Der Mond ist aus Papier“: Die Zuhörer fühlten sich in einem Gefühlsbad zwischen amüsierter Begeisterung über den Powersound, der sich bei fetzigen Schlagern aus Werners Stimme speiste und nicht auf Schlagzeugbegleitung und schon gar nicht auf schrille E-Gitarren-Klänge angewiesen war, und gerührtem Erstaunen über den poetischen Tiefgang ihrer Balladen, die noch dazu ausnahmslos eine herzzerreißende und beklemmende Lebensnähe auszeichnete.

Beim Requiem „Vater Morgana“ sah man im Publikum vereinzeltes Augenreiben, während die betrunkene Groteske „Aufrecht geh’n“ kollektives Lachen erzeugte. Dabei herrschte in den Thematiken eine ähnlich hohe Diversität, wie man sie im Gefühlsleben einer erfahrenen Endvierzigerin vermuten würde: Partnersuche, Liebeslust, Trennungsschmerz, Kindheitserinnerung, Abschied, Sehnsucht, Frustration. Zusätzliche Stärken, wie das flexible Umgruppieren und -funktionieren der Instrumentalbegleitung bei A-capella-Stücken, die charmante und noch dazu natürlich wirkende Bühnenpräsenz Pe Werners erklären die Resonanz der Gruppe.

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moz

Eine, die alles

Sabine Rakitin / 29.04.10 / moz

Eberswalde (MOZ) Swing, Blues, Klassik, Chanson, Pop - Pe Werner, Jahrgang 1960, kann alles singen. Das wissen die, die am Mittwoch ins Eberswalder Sparkassen-Forum gekommen sind. Die meisten sind treue Fans - spätestens seit Pe Werner mit "Kribbeln im Bauch" vor 19 Jahren den Durchbruch schaffte.
Ihr neues Album heißt "Im Mondrausch". Mit dem war sie in den vergangenen Wochen auf Tour, in Hamburg und Gera und Düsseldorf - und jetzt ist sie, als krönender Abschluss, in Eberswalde. Das erste Mal, sagt sie. Und noch nie habe sie in einer Sparkasse gesungen. Doch das hat sie mit vielen ihrer Berufskollegen gemein, die sich in den vergangenen Jahren für "Musik nach Kassenschluss" verpflichten ließen.
Was sie heraushebt unter den vielen Talentierten in diesem Land ist neben ihrer Stimme, die Art, wie sie sich auf der Bühne gibt: humorvoll, witzig, charismatisch, charmant. Und es sind die Texte ihrer Lieder, die sie unverwechselbar machen. Pe Werner erzählt Geschichten, in denen sich der Zuhörer wiedererkennt, die er so oder ähnlich selbst schon mal erlebt hat.
Wenn sie in "Mondscheinleasing" beschreibt: "Ich hab den Mond gebucht/schöne Wäsche ausgesucht/für diese potenzielle Liebesnacht. Die beste Freundin hat mich für das Date gebrieft/jetzt sitzt du hier/in ein Buch vertieft", entbehrt das nicht einer gewissen Situationskomik. Wenn sie in "Der Mond in ihren Augen" davon erzählt, wie keine (r) davor gefeilt ist, sich zu verlieben - jeder Ehe, jeder langjährigen Beziehung zum Trotz, dann zeugt das mindestens von Lebensweisheit.
Swing, Blues, Klassik, Chanson, Pop - Pe Werner kann alles singen. Die Eberswalder bescheinigten ihr das am Mittwochabend mit herzlichem Applaus und Zugabe-Rufen.

Donnerstag, 29. April 2010 (20:27)

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OTZ

Im Mondrausch mit Pe Werner im Geraer Comma

Elke Lier / 12.04.10 / OTZ

Für Pe Werner braucht man keine Werbung mehr zu machen. Die Künstlerin zieht viele Fans an. So auch zu den Sogtagen in Gera. Im Comma wird sie gefeiert von einem begeisterten Publikum

Gera. Wie man über zwei Stunden lang variantenreich den Mond besingen kann das stellten am Sonnabend die Sängerin Pe Werner und ihre Band unter Beweis. Im Mondrausch, so der Titel ihres jüngsten Albums, das den Abend neben bekannten Songs wie So ein Kribbeln im Bauch und Adaptionen dominierte, begleitete sie ein begeistertes Publikum im Comma-Saal.

Sie gehört zu den Songtage-Künstlern, die keine Werbung brauchen. Ihre Musik mit den guten Texten läuft bei mir ständig, heute erlebe ich sie endlich live, freute sich Marina Preuß aus St. Gangloff. Auf der Internet-Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für seine Frau, das nur ein Pe Werner-Konzert sein konnte, stieß der Ehemann von Birgit Kaminski, Richterin aus Leipzig, auf die Songtage in Gera: Heute gönne ich mir die Werner, die ist so richtig was für uns Weibsbilder, meinte die temperamentvolle Vertreterin von Justizia. Still dagegen das Kompliment der 16-jährigen Maria Junge aus Rohna: Sie ist für mich Deutschlands beste Liedermacherin. Ihr Lied Leben auf Rädern berührt mich besonders. Am Ende des Konzerts rollt Maria in ihrem Rollstuhl zur Bühne und bedankt sich bei Pe Werner. Die hat gegen 23 Uhr ein Non-Stop-Programm hinter sich, in dem sie souverän zwischen Pop, Klassik, Jazz und Chanson wechselte. Ob als zarte Naturbeschreibung das Claudius- Gedicht Der Mond ist aufgegangendas Publikum inne halten ließ oder es mit dem Säufermond betroffen machte Pe Werner beherrschte alle Tonlagen, begleitet von einer virtuosen Band mit erstmals drei Streichern. Eine Viertel Stunde Dacapos belohnten den Mondrausch.

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Allgemeine Zeitung

Wo es vor Monden wimmelt

17.11.2009 - MAINZ
Von Oliver Kreft

FRANKFURTER HOF Sängerin Pe Werner beeindruckt mit elegantem Auftritt

Pe Werner Reloaded: Das, was die Sängerin 2009 auf die Bühne bringt, wirkt wie ein Anti-Depressivum und Stresshemmer. Die Songs ihres aktuellen Albums sind gewürzt mit sanfter, teils jazziger, teils souliger Note, tragen Elemente des Chansons, der Klassik und des Pop in sich und berühren das Herz und streicheln die Seele.

"Pe Werner 2.0" würde man das Stimmphänomen nach seiner Transformation im Sprachduktus des Worldwideweb wohl nennen. Denn mit der jungen Göre, die sich vor 18Jahren mit "Kribbeln im Bauch" ins kollektive Bewusstsein der Hitparadenfreunde brannte, hat die Sängerin nach Außen nicht mehr viel gemein. Sie ist gereift und präsentiert sich vor vollen Rängen im Frankfurter Hof als Grande Dame. Im Abendkleid wird die 49-jährige flankiert von mehreren Herren im Smoking - die Eleganz hält Einzug.

Neben der Standardbesetzung (Drums, Kontrabass, E-Gitarre und Piano) sind die "Strings DeLuxe" mit dabei. Was wie Nobelunterwäsche klingt, ist in Wirklichkeit ein brillant aufspielendes Streicherquartett. Über der Bühne prangt leuchtend der Vollmond: Pe Werner hat dem lunaren Himmelskörper ihre letzten beiden Alben gewidmet. In ihrer schwülstig schönen Songpoesie wird der Mond mal zum erotischen Lover, mal zum unwiderstehlichen Don Juan und mal zum Seelenfänger. Es werde "nur so vor Monden wimmeln" in ihren Liedern, stimmt sie das Publikum ein. "Ich weiß, wenn der mal sagt, Schatz, ich gehe mal eben Zigaretten holen, ich weiß der kommt wieder."

Sich auf dem Flügel räkelnd mimt sie die Mannstolle, die ihren Tastenmann unverblümt anschmachtet, während dieser zu einem furiosen Solo ansetzt. Torkelnd gibt sie den Song "Säufermond" zum Besten und mit viel Verve das Lied "Vollmondgesicht". Begeisterungsstürme erntet Pe Werner für ein Mond-Medley, in dem sie Stings "Moon over Bourbon" genauso einfließen lässt wie "Fly me to the Moon" von Bart Howard oder Rio Reisers "Junimond". Natürlich präsentiert sie auch "Kribbeln im Bauch", und selbstredend ist es eine Version, die zwar ihre rockige Energie eingebüßt hat dafür aber mehr Sinnlichkeit transportiert. In einem wahrhaft magischen Moment lässt Pe Werner die Saitenvirtuosen von der Leine: Die servieren ein Potpourri aus Versatzstücken von Barock bis Pop. Ein weiteres Mal werden die Ohren der Zuschauer hofiert, und längst ist klar: Pe Werner 2.0 ist eine Erfolgsgeschichte.

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